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hAInterfragen: 45 Architekturentscheidungen, 25 davon waren keine

In meinem Projekt sammelten sich über Wochen 45 dokumentierte Architekturentscheidungen. Übrig sind 20. Über AI brain fry und ein Merkwort gegen alles, was nur plausibel klingt.

Mein Projekt hatte 45 dokumentierte Architekturentscheidungen. Übrig sind 20.

Sie sind nicht in einem Rutsch entstanden. Eine hier, zwei dort, über Wochen. Jede war sauber: Kontext, erwogene Optionen, Konsequenzen, Begründung. Jede klang plausibel. Und genau da liegt das Problem.

Man hat nicht immer Zeit und Nerven, alles infrage zu stellen. Bei der Menge an Text, die dabei entsteht, verliert man den Überblick, und irgendwann fängt man an zu vertrauen. Nicht aus Überzeugung. Aus Erschöpfung.

Dafür gibt es inzwischen ein Wort: AI brain fry. Nicht die Erschöpfung vom Benutzen der KI. Die vom Überwachen dessen, was sie ausgibt.

Beim Durchgehen habe ich dann gefragt, was ich vorher nie gefragt hatte: Legt diese Entscheidung die Form des Systems fest? Den Schnitt, eine Schnittstelle, eine Abhängigkeit, etwas, das teuer wird, wenn man es zurückdreht?

Bei 25 von 45 war die Antwort nein. Konventionen. Umkehrbare Voreinstellungen. Dinge, die in eine Zeile Kommentar neben den Code gehören. Verloren ist nichts davon, der Inhalt steht jetzt da, wo sein Leser sitzt. Er steht nur nicht mehr als 40-Zeilen-Dokument da, wo drei Sätze reichen.

Das hinterher wegzuräumen ist aber nicht meine Aufgabe. Meine Aufgabe ist, das Werkzeug zu beobachten, zu messen und zu verbessern. Also habe ich zuerst das Werkzeug angefasst: Es nennt jetzt beim Anlegen das Kriterium, statt stumm anzunehmen, und es prüft den ganzen Bestand auf das, was sich maschinell entscheiden lässt. Aufgeräumt habe ich erst danach.

Genau dafür baue ich arknet: Architekturentscheidungen, Anforderungen und Glossar als abfragbare Daten statt als Textdateien, damit ein Agent nicht nur schreiben, sondern auch gegenprüfen kann. Ob ich es damit in den Griff bekomme, weiß ich nicht. Die 45 lagen ja darin.

Zu wenig Dokumentation war jahrzehntelang das Problem. Das hier ist das erste Mal, dass ich das umgekehrte habe.

Seitdem sage ich mir ein Wort vor, bevor ich etwas übernehme: hAInterfragen.

  • Passt der Umfang zur Größe der Sache, oder erklären 40 Zeilen etwas, das drei Sätze klären?
  • Ist die Aussage belegt, oder nur gut formuliert?

Wo habt ihr zuletzt gemerkt, dass ihr etwas übernommen habt, weil es plausibel klang?